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  • 7. Januar 2019

Normalerweise fängt ein neues Jahr mit einem Rückblick an – der auch einer Vorschau. Aber muss man immer einem Trend folgen?  Unser Support Team ist auch der Meinung, dass man auch weiter zurückblicken kann.  Und so ist hier eine kleine Geschichte die zum Denken anregt.

„Ich muss zugeben, dass ich einige Zeit gebraucht habe, um ein Thema für einen Blogbeitrag zu finden. „Soll ich mit reinem technischen Material beginnen oder lieber eine kleine Geschichte erzählen?“ Es war ein großes Dilemma. Ich konnte mich nicht leicht entscheiden, deshalb verschob ich die Entscheidung bis zu einem Tag, an dem ich mich an eines der ersten herausfordernden Probleme in meiner Tätigkeit erinnerte.

Im Rahmen meiner Arbeit muss ich Kunden dabei unterstützen, Produkte nach dem Kauf zu lizenzieren, damit sie mit ihren Projekten beginnen können. Normalerweise funktioniert das einwandfrei, aber es gibt auch Ausnahmen. Bei der Arbeit mit Software in verschiedenen Umgebungen bei verschiedenen Unternehmen ist eine Menge unvorhersehbar. Unterschiedliche Sicherheitsrichtlinien, Arbeitsgewohnheiten der Kunden und Betriebssysteme sind nur einige der Quellen, die überprüft werden sollten, wenn die Dinge nicht wie erwartet funktionieren. Aber was ist, wenn die Umgebung in Ordnung ist, Sicherheitsprotokolle die Anwendung aktivieren sollten und trotz allem startet sie nicht?

Dann haben wir ein Problem. Die Geduld der Kunden nimmt ab dem ersten Versuch, das neue Softwareprodukt zu aktivieren, ab. Je länger die Lizenzaktivierung dauert, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass er die Geduld verliert! Wenn das Produkt ordnungsgemäß installiert ist, wird in den Lizenzberichten entsprechend darauf hingewiesen.  Wenn dann die Kundenumgebung unter den offiziell unterstützten Plattformen aufgeführt ist, stellt man sich die ernsthafte Frage, was denn noch falsch ist.

Es ist eine gute Idee eine kurze Pause einzulegen und ein paar Schritte zurückzutreten, wenn man sich zu sehr mit einer Angelegenheit befasst und keine Lösung gefunden wird.  Einfach nur um das Gesamtbild zu erkennen und die Debug-Strategie zu überdenken. Das klingt theoretisch gut und funktioniert überraschenderweise manchmal sogar in der Praxis. Deshalb entschied ich mich nach einer kurzen Pause zusammen mit dem Kunden, in einer Remote-Desktop-Sitzung zusammenzuarbeiten und das Softwareprodukt erneut zu installieren.

Dabei sind wir wieder auf das gleiche Problem gestoßen, nur ist uns dieses Mal eine seltsame Popup-Meldung aufgefallen, bei der es sich um einen Druckertreiber ging. Für das Tool musste ein Drucker auf dem Host-PC installiert sein – aber der Kunde hatte keinen Drucker. Nach der Installation des Druckertreibers startete die Software ganz normal und alle waren zufrieden.

Ich habe aus dieser Erfahrung gelernt, einen Plan B, C, D für den Fall vorzubereiten, dass etwas schief geht und Raum für Unerwartetes zu lassen. Meistens ist die Ursache eines unvorhersehbaren Fehlers leicht zu finden, aber gelegentlich treten herausfordernde Situationen auf. EDA-Tools haben wie jede andere Software auch Abhängigkeiten in der Host-Umgebung, und deren Steuerung erfordert viel Forschung und Übung. Man kann die Grundlagen verschiedener Betriebssysteme oder Distributionen lernen, aber darüber hinaus ist die Kundenumgebung in Bezug auf die vom Benutzer installierten Anwendungen immer ein Rätsel.

Seitdem sind mehr als sechs Jahre vergangen und ich bin nie wieder auf ein ähnliches Problem gestoßen.

Für 2019 gebe ich gerne als allgemeine Richtlinie auf den Weg, man seinen Verstand klar halten und geduldig sein sollte, wenn Dinge schief gehen und man nach einer Lösung sucht.  Denn es gibt immer eine Lösung, man muss diese nur finden….“